Die Bedeutung des Exports für den deutschen Mittelstand

Die Leistungsträger Deutschlands, mittelständische Unternehmen

Gerade in der derzeitigen Krise wird den Deutschen vor allem ihr leistungsfähiger Mittelstand als große Stärke beschieden. Während in anderen europäischen Staaten die Wirtschaft durch die Finanzkrise massiv unter Druck geraten ist, steht der ehemals “kranke Mann Europas” hervorragend da. Der Grund dafür ist unser leistungsfähiger Mittelstand, der durch Unternehmen mit bis zu 500 beziehungsweise einen Jahresumsatz von bis zu 50 Millionen jährlich definiert ist. Der deutsche Mittelstand gründet sich unter anderem auf traditionellen Familienunternehmen und ist einer der Hauptleistungsträger des deutschen Steueraufkommens. Darüber hinaus verhinderte er während der Krise das Absinken vieler Arbeitskräfte in die Arbeitslosigkeit.

Woraus generiert gerade der deutsche Mittelstand seine Kraft?

Nun könnte man sagen, dass es nach der offiziellen Definition der Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMUs) diese ebenso sicherlich auch in Frankreich oder Italien gibt. Aber warum sollen gerade deutsche Unternehmen so erfolgreich sein? Der Grund hierfür liegt an der starken Exportfähigkeit unserer KMUs. So erfolgt gerade in den aufstrebenden Schwellenländern wie China, Brasilien, Russland oder Indien ein wachsender Wohlstand der Bevölkerung. Und viele dieser Einwohner sehnen sich nach deutschen Produkten und unterstützen so unseren deutschen Mittelstand. Die Tatsache, dass Deutschland Exportweltmeister ist, ist ebenso zu großen Teilen dem deutschen Mittelstand geschuldet.

Was macht deutsche KMUs so attraktiv?

Doch weiterhin kommt die Frage auf, warum die gesamte Welt gerade vom deutschen Mittelstand Produkte beziehen will. Die Antwort lässt sich vor Allem durch die Kompetenzen geben, die sich deutsche KMUs mit der Zeit erworben haben. Viele Unternehmen des deutschen Mittelstands sind Weltmarktführer und weisen somit einen erhöhten Export auf. Ebenso steht das “Made in Germany” auch weiterhin für hohe Qualität zum kleinen Preis. Deutsche KMUs sind in den letzten Jahren sehr stark gewachsen, was auch durch erhöhtes Marketing in allen wichtigen Medien begründet werden kann.

Investitionen in Südeuropa

Europäische Banker sprechen zwar aktuell (Mai 2013) mit Hochachtung über die Leistungen Griechenlands und Spaniens während der nationalen Wirtschaftskrisen, halten das Umfeld in Südeuropa aber aktuell für kompliziert. Das geht aus verschiedenen Statements von EZB-Bankern und Vertretern nationaler Banken in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden hervor. Eine Bankenunion nach US-amerikanischem Vorbild könnte hilfreich sein, um Südeuropa auf die Sprünge zu helfen, das Investitionsklima ist aber aktuell angeschlagen. Einige Unternehmen wie Ryanair wagen dennoch den Investitionssprung in südliche Gefilde.

Sparprogramme in Südeuropa

Die Sparmaßnahmen in Griechenland und Spanien fallen rigide aus, doch eine Bankenrettung mit den Geldern von Europas Steuerbürgern wird allgemein kritisiert. Marode Banken sollten letzten Endes auch liquidiert werden, lässt sich aus EZB-Kreisen und auch vom Chef der Deutschen Bundesbank Weidmann vernehmen, der gleichzeitig die Nachsichtigkeit der EU-Kommission mit Frankreich kritisierte. Das Land bekam zwei zusätzliche Jahre Zeit, um sein Defizit unter die 3-Prozent-Marke zu drücken. Ebenso wie Italien habe es Frankreich nicht geschafft, einen Staat zu organisieren, der für stabile ökonomische Rahmenverhältnisse sorge. Wechselnde Regierungen und blockierende Gewerkschaften hemmen vielfach in Südeuropa das Wirtschaftswachstum, dessen Rahmenbedingungen ohnehin nicht rosig ausfallen. Lohnstückkosten in Südeuropa sind vielfach zu hoch, Kredite vergeben die dortigen Banken trotz der EZB-Zinssenkungen nicht, oder sie geben die Zinssenkung an die einheimische Wirtschaft nicht weiter. Erst nach Klärung der politischen Lage in verschiedenen südeuropäischen Ländern – hier ist stillschweigend oft Italien gemeint – dürfte sich das Investitionsklima wieder bessern.

Ryanair will in Südeuropa wachsen

Der Billigflieger Ryanair meldet am 20.05.2013 Wachstumspläne, die sich auch auf den Süden des Kontinents beziehen. Dabei will die Fluglinie gerade von den Sparzwängen in Spanien und Griechenland profitieren, denn in den klassischen Urlaubsländern stehen Privatisierungen von Infrastruktur im Reiseverkehrsnetz (Flughäfen) und ein liberaleres Arbeitsrecht an. Das werde Ryanair für sein Wachstum nutzen, erklärte Vize-Konzernchef Michael Cawley gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Mitte Mai 2013. Die günstigeren Rahmenbedingungen erleichtern demnach Investitionen in die Fluglinie auch und gerade in Südeuropa, so Cawley.