SEPA Verfahren

Für das Jahr 2014 steht europaweit eine gravierende Veränderung der Überweisungs- und Lastschriftverfahren an. Mit der Neuregelung sollen die Zahlungsverfahren in ganz Europa vereinheitlicht und vereinfacht werden. Um dies zu erreichen, wird mit dem so genannten SEPA Projekt (Single Euro Payments Area) ein einheitlicher Zahlungsraum geschaffen und die Unterscheidung zwischen nationalen und internationalen Zahlungen in diesem Raum abgeschafft. Viele denken noch immer, dass sich mit SEPA lediglich die Formate für die Bankleitzahlen und Kontonummern ändern. Doch weit gefehlt. SEPA zieht auch wesentliche Neuerung im Bereich der Lastschriftverfahren nach sich. Gerade Unternehmen sollten sich rechtzeitig darauf vorbereiten und ihre Prozesse und IT dementsprechend anpassen. Hier kurz die wichtigsten Veränderungen durch SEPA im Hinblick auf das Lastschriftverfahren für Unternehmen.

Die neuen SEPA Nummernformate

Die augenfälligsten Veränderungen sind zunächst die neuen Kennungen bzw. Nummernformate zur Kennzeichnung des Kontos und des Bankinstitutes. Bankleitzahl und Kontonummer werden durch die BIC (Bank Identifier Code) und die IBAN (International Bank Account Number) abgelöst. Die IBAN kann aus maximal 34 Stellen bestehen und setzt sich in Deutschland aus dem deutschen Ländercode, der bisherigen Bankleitzahl und der bisherigen Kontonummer zusammen. Die BIC hat eine Länge von maximal 11 alphanumerischen Zeichen und besteht aus Bankcode, Ländercode und weitere den Ort bzw. die Filiale näher bezeichnende Kennungen. Ab dem SEPA Umstellungstermin müssen alle Zahlungen, auch die innerhalb von Deutschland, über diese Kennungen erfolgen

Das neue SEPA Lastschriftverfahren

Das bisherige Lastschriftverfahren wird durch das neue SEPA Lastschriftverfahren abgelöst, das im Wesentlichen folgende Neuerungen mit sich bringt:

Die so genannte Einzugsermächtigung wird durch das SEPA-Lastschriftmandat ersetzt und ermächtigt den Vertragspartner Zahlungen von einem Konto einzuziehen. Der Bank wird die Erlaubnis erteilt, den jeweils fälligen Betrag vom Konto abzubuchen und auf das Konto des Empfängers zu verbuchen. Abweichend vom bisherigen Verfahren ist die Buchung damit von vornherein genehmigt. Der Zahlungsempfänger benötigt zur Nutzung des Verfahrens eine Gläubiger ID sowie eine Inkassovereinbarung mit seiner Bank. Bei jeder Lastschrift wird die Kontobelastung mit genauem Datum dem Zahlenden mitgeteilt. Der Zahlende hat zudem das Recht bis zu acht Wochen (bisher sechs) die Lastschrift zurück zu fordern.

Um SEPA Lastschriften in großer Zahl der Bank mitzuteilen, ändert sich auch das Datenformat. Das alte DTA Format wird durch eine XML-Datei abgelöst.

Wichtig für die Unternehmen ist also rechtzeitig die Gläubiger ID zu beantragen und eine Inkassovereinbarung abzuschließen. Auch die IT muss auf die neuen Nummernformate und den XML Datenaustausch vorbereitet werden.

Frauenquote

Mit dem Begriff „Frauenquote“ ist im Allgemeinen ein festgelegter Mindestanteil an Frauen in bestimmten Positionen gemeint. Diese Quotenregelung kann entweder gesetzlich verankert oder freiwillig sein.

Im Bereich des öffentlichen Dienstes gibt es in Deutschland in den Frauenförderungsgesetzen der Länder die Vorschrift, dass Frauen bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt einzustellen oder zu befördern seien, vorausgesetzt, in der betreffenden Laufbahn sind weniger Frauen als Männer tätig. Die Gründe hierfür liegen in der sozialstaatlichen Kompensation von Nachteilen, die auf biologischen Unterschieden beruhen. Solche Quotenregelungen sind nach dem Europäischen Gerichtshof mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar, wenn den Frauen, die die gleiche Qualifikation wie die männlichen Bewerber besitzen, nicht automatisch Vorrang eingeräumt wird, sondern wenn unter Berücksichtigung objektiver Kriterien die jeweilige persönliche Lage aller Interessenten Beachtung findet.

Auch in der Politik werden in Deutschland Frauenquoten bereits verwirklicht, so gibt es bei den Grünen und bei den Linken selbstgegebene Regelungen, die besagen, dass mindestens die Hälfte aller Ämter von Frauen besetzt sein müssen, die SPD hat immerhin eine 40-prozentige Frauenquote, ebenso wie die CSU, allerdings hier nur oberhalb der Orts- und Kreisverbände. Die CDU hat lediglich ein sogenanntes Frauenquorum eingeführt, das den Frauenanteil auf ein Drittel erhöhen soll, ohne gleichzeitig zwingende Vorschrift zu sein.

Im Bereich der Privatwirtschaft hingegen gibt es bisher keine durchsetzbare Regelung, zwar existieren freiwillige Vereinbarungen und Resolutionen seitens der Wirtschaft, die jedoch nicht zielführend waren. Aus diesem Grund wird das Thema weiterhin kontrovers diskutiert.

Gegenstand der Debatte sind vor allem die Positionen auf der Führungsebene. Unbestritten sind Frauen hier sowohl an sich als auch im internationalen Vergleich unterrepräsentiert. Für viele enden die Aufstiegschancen an einer bestimmten Stelle, daher wird in diesem Zusammenhang auch von der „gläsernen Decke“ gesprochen. Dies wird einerseits als Benachteiligung der Frau empfunden, während andererseits die Unternehmer eine gesetzlich geregelte Quote als massiven Eingriff in ihre unternehmerische Entscheidungsfreiheit werten.

In den meisten anderen europäischen Ländern gibt es inzwischen allerdings bereits verschiedene erfolgreiche Quotenmodelle.