Deutsche Firmen fürchten harte Sanktionen

Zusammenfassung WiWo-Artikel

Die Ukraine-Krise zieht immer weitere Kreise. Die vielen Toten, welche die letzten Tage in Städten wie Odessa oder Slawjansk gebracht haben, zwingen die Politiker zum Handeln. Das wichtigste Ziel der Sanktionen: Russland. Nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern insbesondere auch die Europäische Union, haben in den letzten Wochen bereits zwei Mal Sanktionen gegen russische Politiker und Industrielle verhängt, die nicht mehr in die westlichen Staaten einreisen dürfen und deren Konten eingefroren wurden.

Noch keine wirtschaftlichen Folgen

Im Moment halten sich die wirtschaftlichen Folgen noch in Grenzen, viele Firmen fürchten sich aber davor, dass die Sanktionen gravierender werden könnten. Das würde eine große Gefahr für das Wirtschaftswachstum bedeuten, munkeln viele. Deutschland hat eine nicht zu unterschätzende Abhängigkeit vom Handel mit Russland, ein Einbruch, der Sanktionen geschuldet ist, könnte in die Milliarden gehen, wenn man die gesamte Wirtschaft betrachtet. Besonders gefährdet ist der Mittelstand. Bei manchen Firmen geht es in Bezug auf Russland um Investitionen im einstelligen Millionenbereich. Sollte es zu härteren Sanktionen kommen, droht den beteiligten Firmen ein Umsatzeinbruch oder ein Wegfall von Investitionen. Ein ernst zunehmendes Problem, denn in den letzten Jahren haben viele Unternehmen die Zusammenarbeit mit Russland verstärkt.

Schon jetzt erste Investitionshemmnisse

Es gewisser wirtschaftlicher Schaden besteht schon jetzt, denn viele Investitionen, die mit Russland zu tun haben, werden im Moment noch zurückgehalten. Der Grund dafür ist die steigende Angst davor, dass das Russland-Geschäft durch Sanktionen maßgeblich Schaden nehmen könnte. Die Europäische Union ist allerdings nur die eine Seite der Medaille, in der Wirtschaft herrscht auch eine weitere Angst vor, denn als Folge harter Sanktionen der EU, könnte auch Russland zu ähnlichen Maßnahmen greifen. Für Unternehmen könnte das im schlimmsten Fall sogar Enteignungen in Russland bedeuten.

Probleme mit der Energieversorgung

Neben den 6.300 Unternehmen in Deutschland, die mit dem Russland-Geschäft zu tun haben, herrscht auch in anderen Betrieben Angst vor. Das liegt daran, dass Deutschland bei Erdgas und Erdöl hauptsächlich auf russische Lieferungen setzt. Mittelfristig könnte sich auch das als ernst zunehmendes Problem erweisen.