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Mit dem BVMW positiv in das neue Jahr starten

In diesem Jahr findet der vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) veranstaltete thüringische Neujahrsempfang im Atrium der Stadtwerke Erfurt statt. Wie in jedem Jahr wird er dabei wieder Schauplatz für Diskussionen und den Meinungsaustausch zu einer Vielzahl an politischen Themen, die gerade den Mittelstand bewegen. Besonders im Mittelpunkt werden dabei wahrscheinlich die Folgen des Mindestlohns, das geplante Bildungsfreistellungsgesetz sowie das Freihandelsabkommen von USA und der EU stehen.

Kosten, Bürokratie und der Mindestlohn hemmen den Mittelstand

Der Mittelstand leidet besonders unter steigenden Kosten, die unter anderem durch teurer werdende Energie und eine höhere Steuer- und Abgabenlast zu finanziellen Engpässen führen. Dazu kommen die neuen Regelungen bezüglich des Mindestlohns, die mehr Lohnkosten, einen höheren bürokratischen Aufwand, die steigende Gefahr von Schwarzarbeit und somit alles andere als eine wachsende Wirtschaft im Bereich des Mittelstands zur Folge haben. Zu hohe Kosten durch die Bürokratie bringt auch das geplante Bildungsfreistellungsgesetz mit sich. Hier versucht der Bundesverband mittelständische Wirtschaft durch seine Allianz mit über 30 Mitgliedsverbänden die Kräfte der ca. neun Millionen Beschäftigten in 275.000 Unternehmen zu bündeln und Gehör bei den Politikern zu finden, die für die Entscheidungen in diesen Bereichen verantwortlich sind. Gerald Bitterberg, Leiter der BVMW-Wirtschaftsregion Westthüringen, sieht darin einen großen Schritt dahin, dass zukünftig auch die Interessen der kleinen und mittelständischen Unternehmen beachtet werden. Das betrifft auch die TTIP-Verhandlungen in Bezug auf das anvisierte Freihandelsabkommen von USA und der EU, das in den wegfallenden Zöllen Vorteilen, in den geplanten Schiedsgerichtsvereinbarungen aber auch Nachteile für den Mittelstand mit sich bringen kann.

Positive Einschätzung und prominente Besucher für ein erfolgreiches Jahr

Trotz der bestehenden Probleme oder der die Wirtschaft hemmenden Faktoren sehen die deutschen Mittelständler positiv der Zukunft entgegen. Ungefähr die Hälfte erwartet dabei einen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland. Für eine weitere Verbreitung der positiven Stimmung und für umfassende produktive Diskussionen werden bis zu 400 Unternehmen sowie zahlreiche Vertreter der Forschung und der Politik und Verwaltung auf dem Neujahrsempfang in Erfurt erwartet. Vervollständigt wird das Besucherfeld durch prominente Gäste, die nicht nur durch Gastreden auffallen, sondern auch für gemeinsame Diskussionen zur Verfügung stehen werden.

So wird mit Mario Ohoven der Präsident des Bundesverband mittelständische Wirtschaft genauso reden wie der thüringische Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft Wolfgang Tiefensee von der SPD. Ebenfalls von der SPD werden die parlamentarische Staatssekretärin im Bundes-Wirtschaftsministerium Iris Gleicke und der Oberbürgermeister von Erfurt Andreas Bausewein zu den Gästen zählen. neben reden und Diskussion bietet der Neujahrsempfang auch genügend Zeit zum Feiern und ungezwungenen Gedankenaustausch für einen guten und positiven Start in das neue Jahr.

Der gesetzliche Abbau von Arbeitsplätzen

Das deutsche Parlament hat die Einführung eines bundesweiten Mindestlohns von 8,50 € pro Stunde beschlossen, nachdem es Monate mit hitzigen Debatten unter Politikern und Unternehmen verbracht hat. Das Gesetz ist ein Reform-Flaggschiff der Sozialdemokraten (SPD), für die es eine Bedingung zur Schaffung einer “großen Koalition” mit Bundeskanzlerin Angela Merkels Konservative im vergangenen Jahr darstellt. Die SPD argumentierte mit der Notwendigkeit eines formellen Mindestlohns, da sich die soziale Kluft zu den Beschäftigten in Vollzeitarbeitsplätze weiter ausbreitet. Die Gegner sagen, der Lohn könnte Arbeitsplätze bei kleinen Unternehmen bedrohen, vor allem in der ehemaligen DDR, wo die Löhne niedriger sind. Im Gespräch mit konservativen Wirtschaftsführern und Politikern nach der Abstimmung bezeichnete Dr. Merkel den Mindestlohn und die Rentenreform als “schmerzhafte Kompromisse” mit der SPD.

Für die deutsche Industrie sei der Mindestlohn kein zentrales Thema, so die Bundeskanzlerin. Anders als die meisten EU-Länder hat Deutschland teilweise einen Mindestlohn, weil sie als politische Einmischung in die Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern galten. Deutschland war eines von sieben EU-Nationen ohne einen Mindestlohn. Großbritannien erhöht seine Mindestlöhne in diesem Jahr um 6,50 £ (8,19 €) pro Stunde, um den Rückgang der realen Werte während der Rezession anzupassen.

Trotz der Argumente gegen die Einrichtung stand die öffentliche Meinung überwiegend hinter der Idee eines Mindestlohns. Laut einer Umfrage in dieser Woche sprachen sich neun von zehn Deutschen dafür aus.